Aktuelles aus dem Käthe-Kollwitz-Berufskolleg

Lebensraum Schule gestalten – Mitgliederversammlung des Fördervereins

Am Donnerstag, den 21. September 2023, fand die Mitgliederversammlung des Fördervereins am Käthe-Kollwitz- Berufskolleg statt. Gegenstand der Sitzung waren der Jahresbericht 2022, der Bericht des Kassenprüfers, die Wahl des Vorstandes und Anträge an den Förderverein für die kommenden Schuljahre. Der alte Vorstand ist auch der neue Vorstand: Bernd Görg, Peter Stein und Axel Pensing.  Die Wahl erfolgte einstimmig. 

Besonders erfreulich war eine größere Spende in Höhe von 650 € seitens der Friseurinnung Oberhausen. Im vergangenen Schuljahr wurde unter anderem der Bau von Holzliegen, die im Schulgebäude zu finden sind, als Projekt der AV vom Förderverein finanziert. Und es sind weitere Projekte mit Unterstützung des Fördervereins geplant: So wird der Förderverein für mehrere Workshops im Rahmen des Projektes Zweitzeugen e.V. im Schuljahr 2024/25 die Kosten übernehmen. Ebenso ist eine Feuerstelle im Schulgarten angedacht. Hier müssen allerdings noch einige Rahmenbedingungen geklärt werden.  Und auch die SV hat in einem Schreiben schon angekündigt, dass sie nach dem SV-Tag am 25.9.23 möglicherweise um Unterstützung durch den Förderverein bitten wird. 

Die Mitglieder des Fördervereins freuen sich über Anregungen und Anfragen, die dazu beitragen den Lebensraum Schule in jeder Hinsicht zu fördern und zu gestalten. Es wäre wünschenswert, wenn sich noch mehr Mitglieder zur Unterstützung der Arbeit des Fördervereins finden würden. Anträge sind im Büro erhältlich.


Fachtag „Viele Sprachen – eine Region: vernetzen – bewegen – gemeinsam umsetzen“

Am 30. August 2023 fand im Conference Center der Philharmonie in Essen der Fachtag „Viele Sprachen – eine Region: vernetzen – bewegen – gemeinsam umsetzen“ statt. Diese Veranstaltung wurde vom BiSS-Transfer, der BiSS-Akademie NRW und der Bezirksregierung Arnsberg in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW organisiert.

Die Schul- und Unterrichtspraxis ist von einer großen Vielfalt geprägt, die sich auch in der sprachlichen Diversität der Schülerinnen und Schüler widerspiegelt. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich in einem Netzwerk über die sprachliche Bildung auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und neue Ideen zu entwickeln.

Der Fachtag bot den Teilnehmenden ein vielfältiges Programm. Es gab Grußworte und Einführungen von verschiedenen Amtsträgerinnen und Amtsträgern, Vorträge, Workshops und Informationsstände, die sogenannten „BiSS-Points“.

Die Veranstaltung begann mit der Begrüßung der Gäste durch die Leiterin der Landesstelle Schulische Integration und einer Einführung aus Sicht der Bezirksregierung Düsseldorf. Anschließend hielt Schulministerin Frau Feller ein Grußwort, in dem sie Maßnahmen zur Verbesserung der Lesekompetenz an Grundschulen vorstellte. Unter anderem wurde das Leseprojekt „3 mal 20 Minuten“ eingeführt und Kompetenzscreenings vor der Einschulung geplant. Praxisbeispiele, wie das Tandemlesen an der Gemeinschaftsgrundschule Karlschule in Essen, wurden vorgestellt. Zudem wurde das Netzwerk der BiSS-Akademie präsentiert, das Lehrkräfte bei der Gestaltung von sprachlicher Bildung unterstützt.

Der Keynote-Vortrag wurde von Frau Prof. Dr. İnci Dirim von der Universität Wien gehalten. Sie betonte die Bedeutung der Sprache als Diskriminierungsmerkmal in der Gesellschaft. Anhand eines Beispiels der Freiheitlichen Partei Österreichs verdeutlichte sie, wie Ausgrenzung aufgrund von Diskriminierungsmerkmalen funktioniert. In ihrem eindrücklichen Vortrag sensibilisiert sie dafür, wie Sprache als Mittel zur Diskriminierung genutzt werden kann und wie wichtig es ist, einen sensiblen Umgang mit sprachlicher Vielfalt zu pflegen. 

In den praxisorientierten Workshops hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Netzwerke der BiSS-Akademie NRW zu informieren und sich auszutauschen. Ein Workshop behandelte die Begleitung von neu zugewanderten Lernenden am Berufskolleg, ein anderer Workshop beschäftigte sich mit sprachsensiblem Fachunterricht. Der Erfahrungsaustausch, auf Basis der aktuellen sprachlichen Forschung, stand hierbei immer im Vordergrund, so diskutierten die Teilnehmenden über sprachliche Herausforderungen und erhielten Planungshilfen für den Unterricht.

Zwischen den Vorträgen und Workshops konnten die Gäste die BiSS-Points besuchen und sich über verschiedene Themen der sprachlichen Bildung informieren. Die Schulministerin besuchte ebenfalls die BiSS-Points, um sich mit den Transferkoordinatorinnen und -koordinatoren über die bisher geleistete Arbeit sowie über Zukunftsperspektiven des BISS-Netzwerks auszutauschen.

Im Praxisvortrag von Frau Prof. Dr. Constanze Niederhaus von der Universität Paderborn wurde ein neuer Impuls gesetzt, der den Fachtag abrundete. Sie betonte die Bedeutung der Mehrsprachigkeitsdidaktik und erklärte, dass es vorteilhaft sei, den Schülerinnen und Schülern Raum für ihre Herkunftssprachen im Unterricht zu geben. Indem man die Herkunftssprachen gezielt in den Unterricht integriert, können bessere Ergebnisse erzielt und die Motivation gesteigert werden. Frau Prof. Dr. Niederhaus unterstrich somit die Wichtigkeit einer wertschätzenden und inklusiven Sprachbildung, die den individuellen sprachlichen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.

Die erfolgreiche Fachtagung hat gezeigt, dass an Schulen eine große Sprachenvielfalt herrscht und sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte vor großen Herausforderungen stehen. Es wurde deutlich, dass die Sprache ein potenzielles Diskriminierungsmerkmal sein kann und dass mehrsprachige Unterrichtsaktivitäten einen wertschätzenden Umgang mit den Herkunftssprachen fördern. 

Die BiSS-Akademie NRW bietet Schulen Unterstützung bei der sprachlichen Bildung an und vermittelt erprobte Konzepte. Darüber hinaus ermöglicht sie teilnehmenden Schulen eine Vernetzung mit Impulsschulen. In den Netzwerktreffen können sich die Schulen über sprachbildende Themen oder die Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler informieren und Erfahrungen miteinander teilen. Durch diesen gemeinsamen Austausch können Ideen für die Gestaltung wirksamer Sprachbildungsprozesse unter Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit entwickelt und im Unterricht umgesetzt werden. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler werden von den Ergebnissen des Austauschs im Rahmen der Netzwerkarbeit profitieren. 

Impulslehrkraft Heidi Heßler – für die AG Sprachsensibler Unterricht am Käthe-Kollwitz Berufskolleg & Transferlehrkraft Miriam Weger für das Erich-Brost-Berufskolleg